Stockhaltung

Als erstes werdet Euch darüber im Klaren, dass Ihr nicht gegen sondern mit dem Stock arbeiten müsst. Bei richtiger Stockhaltung werdet Ihr schnell merken, dass der Stock vieles schon von allein macht, was Ihr ihm bei falscher Stockhaltung erst aufzwingen müsst.
Falsche Stockhaltung sieht nicht nur verkrampft aus, sondern klingt auch so.
Bei falscher Stockhaltung hüpft der Oberkörper auf und ab, der Rhythmus klingt eckig wie aus einem Drumcomputer. Dazu rechts unten ein Video für später.

Erste Grundregel:
Gebt dem Stock die Chance nach dem Aufprall auf dem Fell wieder nach oben zu springen. Nutzt diesen Effekt ! Man nennt Ihn neudeutsch „Rebound“.
Wo liegt der Sinn den Stock nach dem Schlag auf das Fell gedrückt zu halten?
Zum Ausholen für den nächsten Schlag müsst Ihr ihn sowieso wieder hochheben. Über den abgewürgten Ton der Trommel wollen wir an dieser Stelle gar nicht sprechen. Bei einer gewissen Lockerheit und richtiger Haltung könnte man fast sagen: Die Hand folgt dem Stock, nicht umgekehrt. Das erinnert entfernt an´s Jonglieren, wir geben nur noch leichte Richtungsanweisungen

Zweite Grundregel:
Jeder Gegenstand hat einen Schwerpunkt – auch ein Trommelstock;
Legt einmal den Stock auf euren Zeigefinger und balanciert ihn so aus, dass er nicht runterfällt. Dort sollte auch bei Spielen in etwa der Zeigefinger sein.
Das Stockende ragt also aus der Hand heraus.

Ich muss ja nun nicht das Rad zum zweiten Mal erfinden – deshalb hier einige Links auf Dom Famularo´s Cyber-Lessons, die auf www.vic-firth.com leider etwas schwer zu finden sind. Außerdem einige Erläuterungen für, des Englischen nicht so kundigen.
(Etwas Kritik an den Videos: Die Profis wollen immer auch beeindrucken. Das tun Sie dann auch über alle Maßen)

Als erstes stellt sich die grundsätzliche Frage, ob man den Stock wie bei der Feuerwehrkappelle hält (Traditionell), oder wie die modernen Rocktrommler (Matched). Ihr werdet merken, dass das Klisches sind, die man nur in Deutschland hat. In Wirklichkeit stehen beide Möglichkeiten gleichberechtigt nebeneinander, beide haben ihre Vor-und Nachteile.

Traditionelle Stockhaltung (Neudeutsch: Traditionell Gripp)

Wie Ihr gesehen habt wird ein Stock traditionell gehalten. Rechtshänder halten den linken Stock Trad., Linkshänder den rechten.
Die andere Hand hält den Stock im Matched Gripp – und davon gibt es drei.
Diese gilt es sich anzueignen, insbesondere will man grundsätzlich beide Hände so spielen (wie es vermeintlich moderne Rockdrummer tun):

German Gripp – die Handflächen zeigen nach unten.
Diese Haltung ist für kraftvolles Spiel geeignet. Sieht sehr breit aus.

French Gripp – der Stock wird mit dem Daumen von oben und dem Zeige-und Mittelfinger von unten gehalten. Die Sticks werden bei Snaredrum-Spiel vor dem Körper gehalten. Sehr feines, sensibles und schnelles Spiel möglich. In der klassischen Musik werden so z.B. Pauken gespielt.

American Gripp – Die perfekte Vereinigung der beiden vorhergehenden Haltungen.

Es bietet sich an die gängigen Rudiments in allen drei Varianten zu üben, denn wir werden im Spiel ständig hin-und herwechseln, aber keine Sorge, dies bedarf meist nur einer kleinen Handdrehung. So spielt man oft schnelle Ridebecken-Figuren in French um dann anschließend den Tomfill in American auszuführen.

Videos – Quicktime erforderlich