Tipps & Tricks

Hier habe ich einige Dinge gesammelt, die vor allem für Anfänger oder Eltern nützlich sein könnten.

Beachtet bitte das rechte Menü. Viel Spaß!

Wir beginnen mit Tipps für Anfänger & Ihre Eltern zum Schlagzeugkauf, denn das ist ja schließlich der Anfang!

Grundsätzliches:
Wenn der Schlagzeugunterricht mit 7 oder 8 Jahren beginnt, kommen die Eltern meist schneller auf die Idee Ihren Heranwachsenen ein Schlagzeug zum Geburtstag oder zu Weihnachten zu schenken, als die Kiddies selbst.
Ich kann nur abraten sofort in die Vollen zu gehen und gleich ins nächste Musikgeschäft zu toben oder das Internet auf den Kopf zu stellen. Wartet erstmal ein Jahr ab. Dann kann man auch sagen ob Talent da ist und ob der Kleine/die Kleine überhaupt dabeibleibt. Es soll ja Kids geben, die alles ausprobieren und im Keller stapeln sich dann Fußballschuhe, Inliner, Tennisschläger, Keyboards, Gameboys, oder eben ein Drumset …
Zunächst freuen sich die Kinder schon über ein eigenes Paar Stöcke. Diese könnt ihr bestimmt beim Lehrer kaufen.

Drumset neu kaufen?

Ist die Zeit reif für ein Schlagzeug stellt sich die Frage: Neu oder gebraucht?
Zunächst einmal das Wichtigste: Oft unterschätzt und schnell vergessen oder kein Geld mehr für vorhanden:
DER SITZ für den Schlagzeuger.
Auf jeden Fall als erstes und neu kaufen. Bei kleinen Kindern Version extra niedrig, mit Stoffbezug. Diese gibt es von diversen Firmen und kosten richtig Schotter (ab ca € 100.-) sind aber das Wichtigste überhaupt. Nur sie erlauben eine vernünftige Sitzposition ohne verschwitzten Hintern
2. Kauft keine Kinderschlagzeuge, sie sind Spielzeug und kein Musikinstrument.
3. Kauft keine Komplettschlagzeuge inkl. Becken. Die Trommeln sind durchaus brauchbar, aber die Becken zum Fürchten. Becken kann man im Klang kaum noch beeinflussen. Da muß bei dem Preis irgendwo gespart werden. Die Hersteller tun es hier.
Wenn ein Komplettset, dann lieber etwas drauflegen für bessere Becken.
4. Kauft eine kleine Trommel mit 13 Zoll Durchmesser aus einer teureren Serie eines Herstellers. Viele Profis spielen diesen Durchmesser, der 1 Zoll unter dem sonst Üblichen liegt. Die minimal kleinere Trommel gewährleistet, dass das Kind mit den Füßen besser an die Fußpedale rankommt. Dazu einen guten Ständer, der auch niedrig genug eingestellt werden kann.
5. Jetzt brauchen wir eine Basstrommel die 20 Zoll Durchmesser haben sollte. Auch diese Größe liegt unter dem üblichen Durchmesser, wird aber auch von vielen Erwachsenen gespielt. Sie gewährleistet eine niedrige Aufbauhöhe der Tom-Toms die über ihr postiert werden. Kauft einen Doppeltomhalter (aus teurerer Serie), aber nur ein Hängetomtom mit 10 Zoll Durchmesser (wir wollen auch an die Kosten denken, ein zweites läßt sich zur nächsten Feier nachschenken). Dann brauchen wir noch ein Stand-Tomtom mit 14 Zoll Durchmesser.
Die unter 5 beschriebenen Trommeln brauchen nicht aus einer superteuren Serie sein, sollten aber auf jeden Fall mit original Remo-oder Evans-Fellen ausgestattet sein und einzeln erhältlich sein. Die kleine Trommel kann ruhig völlig anders aussehen.
6. Jetzt braucht ihr noch Becken:
HiHat-Becken aus einer teureren Serie, jedoch nur 13 Zoll Durchmesser, dito Crash-Becken mit mindestens 15 Zoll und ein Ride-Becken mit 20 Zoll. Auch ein Laie hört hier den Unterschied zwischen billig und einiges teurer.
7. HiHatmaschine, Fußmaschine für die Basstrommel und zwei Beckenständer: Bitte auch hier etwas teureres nehmen, dann halten die Teile ewig, oder mal hier schauen.

Diese Kombination kostet etwa € 1300.-, ist erweiterungsfähig, z.B. durch ein 12 Zoll Hängetomtom und ein 16 Zoll Standtomtom, ist von der Größe kindgerecht, stabil, hat einen guten Sound, einen hohen Wiederverkaufswert und wird den Kids nicht schon nach ein bis zwei Jahren wie ein Spielzeug vorkommen. Der Preis bewegt sich etwa auf dem gleichen Level wie ein gutes Schüler-Tenorsaxophon. Weiter nach oben gibt es kaum Grenzen.

Gebrauchtkauf

Vorsicht, was auf den ersten Blick günstig erscheint benötigt auf jeden Fall schon einmal neue Felle. Bei Markenfellen sind da schnell € 100.- bis € 150.- auf der Uhr. Einen vernünftigen Sitz (s.o.) habt ihr auch noch nicht. Trotzdem kann so ein Schlagzeug ein Schnäppchen sein. Alle Metallteile auf lose Nieten, fehlende Schrauben, abgeschabte Gummifüße, fehlende Hartplastikhülsen ( da wo das Becken NICHT gegen das Gewinde kommen darf ), kaputten Snareteppich überprüfen. Hat der Chrom der Metallteile Pickel?
Klingen die Becken sauber aus, oder gibts da irgendwo einen Riß im Metall, den man nicht auf Anhieb sieht. Wenn das ganze Schlagzeug dreckig und speckig aussieht, haben die beweglichen Teile auch sonst nie Fett oder Öl bekommen. Dann Finger weg.
Ist alles in Ordnung, kann man einen Kauf in Erwägung ziehen.

Man kann aus einem alten Schlagzeug durchaus einen Topsound rausholen, denkt aber immer an die Kosten für neue Felle, evtl. notwendige Ersatzteile und Erweiterungen.

Sollte der Geldbeutel noch etwas hergeben, ist unbedingt eine Verpackung sowohl für die Trommeln und Ständer, als auch für die Becken zu empfehlen. Hierzu gibt es fibergetränkte Pappschachteln, gefütterte sogenannte Gigbags oder richtige Flightcases aus Sperrholz mit Metallkanten -und Ecken.